Einschnitte bei der Finanzierung von Ferienmaßnahmen
Kinder- und Jugendverband kritisiert die geplante Aussetzung der Finanzierung des Deutschlandtickets für Schüler*innen
(Speyer, 23.06.2026) Die Regionalverbände im Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Speyer kritisieren die geplante Aussetzung der Finanzierung des kostenfreien Deutschlandtickets für Schüler*innen in rheinland-pfälzischen Kommunen während der Sommerferien scharf und sehen Belastung für Kinder- und Jugendarbeit.
Vor zwei Wochen wurde bekannt, dass fast alle Kommunen auf dem Gebiet des Bistums Speyer entschieden haben, das Deutschlandticket für Schüler*innen im Sommerferienmonat Juli nicht zu finanzieren. Pascal Garrecht, Diözesanvorsitzender des BDKJ Speyer, kritisiert: „Die Entscheidung schränkt nicht nur die Mobilität junger Menschen erheblich ein, sie hat auch Konsequenzen für die Finanzierung von Ferienmaßnahmen unserer Ortsgruppen. Die Mehrkosten tragen entweder die Gruppen oder die Familien. Das finden wir nicht hinnehmbar.“ Bei vielen Freizeiten und Zeltlagern wurde mit vorhandenen Tickets kalkuliert. Die unklare Kommunikation sowie die angekündigte Aussetzung der Gültigkeit führen zu ungeplanten Mehrkosten und untergraben die notwendige Planungssicherheit für Ferienmaßnahmen, so Garrecht.
Hinzu kommen die grundsätzlich ungerechten Bedingungen des Tickets. Der Rechtsanspruch auf die Kostenübernahme eines Deutschlandtickets kommt derzeit nur Schüler*innen zugute, deren Wohnort eine bestimmte Mindestentfernung zur Schule erfüllt. Das führe dazu, dass Mobilität und Teilhabe am sozialen Leben vom Wohnort und von der finanziellen Lage des Elternhauses abhängen.
Die BDKJ-Regionalverbände fordern die Landesregierung auf, eine klare, landesweit einheitliche Regelung für ein Deutschlandticket für alle Schüler*innen zu schaffen, das auch in den Ferien gilt. „Das Deutschlandticket ist gerade in den Ferien kein Luxus, sondern Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe, Chancengerechtigkeit und Selbstständigkeit“, erklärt Emma Herbst, Regionalvorsitzende des BDKJ Nordpfalz und betont: „Wer die Mobilität junger Menschen einschränkt, befördert soziale Ungleichheit.“